Politik

Bericht von
Ruedi Brassel, Landrat

Bericht von Ruedi Brassel, Landrat

Landratssitzung vom 11.11.2010

Der eigentliche Hauptgang fehlte. Serviert wurden Häppchen, ein Chrüsimüsi von persönlichen Vorstössen, garniert mit einer zweiten Gesetzeslesung. Bei letzterer ging es um die finanzielle Beteiligung des Kantons am Frauenhaus beider Basel – ein unumstrittenes Geschäft zu einer wichtigen, im Hintergrund tätigen Institution, die leider nach wie vor nötig ist. Zweite Lesungen eines Gesetzes sind meist schnell erledigt. Deshalb konnte man sich dann umso intensiver den Häppchen widmen. Und das tat der Landrat am 11. November auch ausgiebig, so dass er bis zum Sitzungsschluss „nur“ bis zu Häppchen 35 kam – vorgesehen waren 46 Traktanden. Immerhin.

Für mich ragte dabei der – leider erfolgreiche – Versuch heraus, dem Denkmal- und Heimatschutz ein paar Zähne zu ziehen. Dabei ging es vor allem um das Bau-Inventar Baselland, das in siebenjähriger Arbeit 1111 wertvolle Bauten in unserem Kanton dokumentiert hat. Dadurch sind diese Bauten noch nicht geschützt. Dank der Inventarisierung kann aber bei Bauvorhaben auf den Wert der entsprechenden Objekte hingewiesen werden und die Denkmalpflege kann die Bauherrschaften bei ihren Vorhaben fachkundig beraten. Genau diese Möglichkeit, das Bauinventar einzusetzen, wollte die Landrätin Petra Schmidt mit einem Vorstoss abschaffen. Leider sind ihr im Rat alle Fraktionen - ausser der SP natürlich - mehrheitlich gefolgt. Damit wird nicht nur die wertvolle Dokumentation des Bauinventars tief in der Schublade versenkt. Es werden auch die jahrelangen Bemühungen um die Erhaltung der attraktiven Bausubstanz in unseren Dörfern akut gefährdet. Ich hoffe, dass sich das Baselbiet an diesem Häppchen nicht verschluckt.

Ruedi Brassel, Pratteln

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