Politik

Bericht von
Jürg Degen, Landrat

Bericht von Jürg Degen, Landrat

Landratssitzung vom 24.09.2009

Liebe Leserin, lieber Leser,

Dass es im Landrat auch heiter zugehen kann, zeigte sich auch an der letzten Sitzung. Auf der Traktandenliste stand der neue Leistungsausweis und das Budget für die Universität Basel. Von bürgerlicher Seite wird seit langem ein Uni-Standort im Baselbiet gefordert. Wenn unser Kanton als Mitträgerkanton Millionen bezahlt, sollten die Studierenden doch auch im Baselbiet studieren. Es muss ja nicht unbedingt Gelterkinden sein! relativierte die FDP Sprecherin und Gelterkinder Gemeindepräsidentin. Anscheinend macht ihr der Gedanken an einen Wegweiser Universität beim neuen Kreisel doch etwas Angst. Regierungspräsident Wüthrich versprach dem Rat, sich für einen Uni-Standort im Baselbiet einzusetzen. Er stellte aber ebenso klar fest: Rothenfluh steht nicht zur Diskussion! Damit machte er wohl die letzen Hoffnungen der Oberbaselbieter auf einen akademischen Campus zunichte. Leistungsauftrag und Budget der Universität Basel wurden aber trotzdem genehmigt.

Ein umstrittenes Geschäft war der Beitritt des Kantons Basel-Landschaft zum Verein metrobasel. Dieser Verein hat zum Ziel die Region rund um Basel in politischen und wirtschaftlichen zu unterstützen. Im lauf der Diskussion wurde festgestellt, dass metrobasel vor allem der Stadt und den Vororten etwas bringt. Das rief einen Muttenzer Landrat auf den Plan. Gelterkinden hat die gute, gesunde Luft und Muttenz hat den Rangierbahnhof; wir könnten ja auch einmal tauschen! Da flüsterte mir eine Gelterkinder Landrätin hinter vorgehaltener Hand zu: Wir brauchen nicht einen ganzen Rangierbahnhof, wir wären schon froh, wenn alle Schnellzüge halten würden! Der Beitritt zu metrobasel wurde dann doch mit grossem Mehr gegen Stimmen aus SVP und FDP beschlossen.

Es wurden gesamthaft 20 Traktanden behandelt. Die Presse hat ausführlich darüber berichtet. Deshalb verzichte ich auf eine weitere Aufzählung. Interessant ist aber, zu wissen, wie die einzelnen Landrätinnen und Landräte abgestimmt haben. Seit neustem können Sie, liebe Leserin und lieber Leser, dies auf der Homepage des Kantons nachlesen. Klicken Sie dort auf den Namen der/des entsprechenden Landrätin/Landrats und unter dem Link Abstimmungsverhalten können Sie jede Abstimmung einsehen. Vielleicht melden Sie sich einmal bei einem Volksvertreter und fragen Warum Ja und nicht Nein? Ich würde mich auf jeden Fall freuen, wenn ich eine Reaktion aus der Bevölkerung erhielte.

Der Landrat macht kurze Herbstferien und trifft sich wieder am 15. Oktober um 10 Uhr im Landratssaal. Die Sitzungen sind öffentlich; es hat immer Platz auf der Tribüne.

Jürg Degen, Itingen

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