Diskussion im Jundt-Huus
Unter dem Titel „So ein Theater!“ hatte die SP Gelterkinden und Umgebung zu einem Informations- und Diskussionsabend ins Jundt-Huus eingeladen. Immerhin mehr als zwanzig Personen benützten die Gelegenheit, und sie erlebten einen interessanten Abend in angeregter Atmosphäre.
Nelly Dambach befragte Landrätin und Regierungsratskandidatin Pia Fankhauser aus Oberwil, die Schauspielerin Carina Braunschmidt und die Dramaturgin Julie Paucker, beide aus Basel und am Theater Basel tätig. Zur Abstimmung über den 17-Millionen-Kredit für die kommenden vier Jahre kommt es, weil SVP und Teile der FDP das Referendum gegen einen entsprechenden Landratsbeschluss ergriffen. Begründung in verkürzter Form: Baselland hat kein Geld, Baselstadt soll seine Angelegenheiten selber bezahlen, Baselland unterstützt seine eigene Kultur (und das ist eine andere als die in der Stadt).
Die Gesprächsteilnehmerinnen aus Basel hielten fest: Das Theater hat vor einigen Jahren eine schmerzhafte Sparrunde durchgeführt, es ist auf das zur Diskussion stehende Geld angewiesen. Es ist nicht (mehr) möglich, in Teilbereichen zu sparen, ohne das Gesamtkonzept des Theaters als Dreispartenbetrieb aufzugeben. Sie betonten auch die Bedeutung des Theaters Basel als Zentrum und „Heimat“ für Theater, Tanz, Musik, das auch in die ganze freie Szene hinaus- beziehungsweise hineinwirkt.
Obwohl die grosse Mehrheit der Besucherinnen und Besucher im Jundt-Huus dem Theater (und dem Kredit) gegenüber positiv eingestellt waren, gab es auch einige kritische Fragen, und erhellende Antworten. Wer mehr Transparenz verlangte, nahm zur Kenntnis, dass die eigentlich vorhanden ist: Besucherzahlen, Rechnung, Bilanz, alles wird veröffentlicht. Wer verlangte, das Theater solle sich mehr öffnen, erfuhr, dass er viele Angebote nicht kennt, dass das Theater auch im Baselbiet auftritt (nicht erst im Abstimmungskampf) und gestand sich wieder einmal ein, dass der Weg von Gelterkinden nach Basel eigentlich keine Weltreise ist (eine knappe halbe Stunde mit dem Zug).
Was der Abend auch zeigte: Es lohnt sich, Leute zusammenzubringen, die zu einem bestimmten Thema in ganz verschiedenen Beziehungen stehen. Und es ist möglich, Diskussionen zu führen, in denen einander zugehört wird. Und viele haben nach einem solchen Gespräch das Gefühl: Es ist etwas mehr passiert, als dass meine eigene Meinung einmal mehr bestätigt worden ist, ich habe etwas gelernt.
Das gilt auch für den zweiten, kürzeren Teil des Abends: Martin Rüegg und Pia Fankhauser sprachen über die Initiative „Schutz vor Waffengewalt“. Und auch hier entwickelte sich ein anregendes und engagiertes Gespräch.




