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Rezept des Monats Juni: PC Cooking

Nein, nicht das, was Sie jetzt vielleicht denken. PC heisst ja nicht nur das Spiel-, Arbeits- und Freizeitgerät, das aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken ist (und ohne das Sie diese Zeilen gar nicht lesen könnten), sondern PC heisst auch "POLITICAL CORRECTNESS". Und darum kann es nicht nur beim Reden und Schreiben gehen, sondern eben auch beim Kochen.


PC wird oft abwertend oder ironisch verwendet. Wir können es aber ganz einfach auch so verstehen: Wir bemühen uns, unser Reden und Handeln mit unseren politischen Überzeugungen in Einklang zu bringen. Nicht verbissen und sektiererisch, sondern mit Wissen, das wir uns aneignen und mit Fantasie, die uns die Freude erhält.

Die Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln geschieht auf vielfältige Art und Weise und sie hat mehr oder weniger gravierende "Nebenwirkungen". Stichworte dazu: Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Arbeitsbedingungen, Tierhaltung, Zusatzstoffe aller Art, Rückstände von chemischen Mitteln und Medikamenten usw.

Wussten Sie, dass es zur Herstellung einer Tasse Kaffee 140 Liter Wasser braucht, 40 Liter für eine Scheibe Brot oder 15 500 Liter für ein Kilogramm Rindfleisch?
4.9 Liter Erdöl werden verbraucht, um im März ein Kilogramm Erdbeeren (eingeflogen aus Israel) auf dem Tisch zu haben, im Juni "kostet" ein Kilogramm Erdbeeren aus der Schweiz noch 0.2 Liter Erdöl.

Als Konsumentin, als Konsument haben wir Einfluss darauf, wie Lebensmittel produziert werden. Einen kleinen zwar, aber viel Kleinvieh macht auch einen grossen Misthaufen. Als Faustregel beim Einkaufen und Kochen merke ich mir drei Wörter:

SAISONAL, NATURBELASSEN, REGIONAL

Damit liege ich bestimmt nicht schlecht. Und im Juni ist diesem Grundsatz leicht nachzuleben, ist doch das saisonale Angebot aus der Region gross. Wenn ich will, erfahre ich, woher die Früchte, das Gemüse stammen, das ich kaufe. Wenn es nicht angeschrieben ist, frage ich nach.
(Etwas muss ich gestehen: Manchmal fragt mich eine innere Stimme: Hey, Warum kaufst du diese Früchte von einem SVP-Bauern, wenn du importierte zu einem günstigeren Preis haben könntest? Ich überhöre die Stimme  und übrigens weiss ich, dass nicht alle Bauern SVP wählen und auch nicht alle Bauern gegen den Jurapark waren.)

Wie gesagt: Im Juni ist das Saisonangebot vielfältig. Früchte und Gemüse kommen nacheinander zur Reife im Garten, beziehungsweise zum Verkauf auf dem Markt, beim Bauern, im Laden. Da erübrigt sich das Aufschreiben eines Rezeptes.

Bratkartoffeln mit gedämpftem frischem Gemüse ergeben bereits ein Menu. Der Speck oder das Spiegelei dazu sind fakultativ.
Salate gibt es in vielen Varianten, angereichert mit Radieschen, Kresse, Schnittlauch, Rucola ... alles frisch selbstverständlich.
Kürzlich habe ich ein Menu gekocht, das ich als Kind oft gegessen habe: Krautstiele (nicht zu) weich gekocht, Bechamel-Sosse (Butter, Mehl, Weisswein, Milch, Pfeffer und Salz) darüber, "Gschwellti" dazu. Einfach, aber schmeckt ausgezeichnet und nährt ausreichend.

Und hier doch noch ein "richtiges" Rezept

Müesli
Zutaten:

Getreideflocken (gemischt, grob) -- ganzjährig Saison, naturbelassen, Schweiz
Milch, Jogurt nature -- ganzjährig Saison, naturbelassen, Region
eine (Bio-)Banane -- beweist, dass ich nicht fundamentalistisch und stur bin.
Erdbeeren -- jetzt Saison, naturbelassen, Region

Zuerst weiche ich die Flocken in wenig Milch ein. Die Banane wird zerdrückt und untergemischt, ebenso die Hälfte der Erdbeeren. Die restlichen Erdbeeren schneide ich in kleine Stücke, das schönste spare ich als Dekoration auf. Die Früchte und das Jogurt werden beigegeben und alles wird gut gemischt. Fertig!

Das Rezept eignet sich fürs ganze Jahr. Statt Erdbeeren werden dann je nach Saison andere Beeren und Früchte verwendet, im Winter sind es meistens Äpfel.

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