Am 25. September entscheidet die Bevölkerung von Gelterkinden an der Urne über den Neubau des Hallenbades. 2012 und im Juni dieses Jahres hat jeweils eine überwältigende Mehrheit an der Gemeindeversammlung Ja gesagt zum neuen Hallenbad. Es ist zu hoffen, dass der Souverän diese Entscheide bestätigt. Warum?

Schwimmen gehört laut einer schweizweiten Studie von 2008 mit Radfahren, Wandern und Skifahren nicht nur zu den beliebtesten Sportarten. Schwimmen wird zusammen mit Radfahren, Wandern und Fitnesstraining auch am häufigsten erwähnt, wenn gefragt wird, welche Sportarten man gerne (noch) häufiger ausüben möchte. Schwimmen ist beliebt! Und Schwimmen ist gesund. Dank des Auftriebs werden Knochen und Gelenke präventiv oder in der Rehabilitationsphase geschont. Gleichzeitig wird das System von Herz, Kreislauf und Atmung gefördert. Gerade in den Wintermonaten ist Schwimmen eine wichtige, alternative sportliche Betätigung. Ein Hallenbad dient allen Altersgruppen. Auch Menschen mit Behinderung profitieren von der Bewegung und dem Erlebnis im Wasser.

Dass Kinder heutzutage Schwimmen lernen, ist für mich eine Selbstverständlichkeit. Dabei geht es mir aber nicht nur um die Sicherheit und den Wunsch wohl aller Eltern, dass sich ihre Kinder gefahrenlos am und im Wasser aufhalten können. Mit dem Schwimmen und Tauchen sind auch eminent wichtige persönliche Erfahrungen verbunden. Was für ein Gefühl, wenn der Kopf erstmals ins Wasser eintaucht und ein Tauchring heraufgeholt werden kann! Was für ein Erlebnis, wenn die Füsse den Boden verlassen und der Körper fast wie im Flug freischwebt oder beinahe lautlos durch das Waser gleitet! Kinder lernen dabei nicht nur schwimmen. Sie gewinnen auch Selbstvertrauen, beweisen Mut und lernen den eigenen Körper kennen. Weit über 10'000 Kinder und Erwachsene haben in der vergangenen 40 Jahren von entsprechenden Angeboten der Schule und der Schwimmvereine profitiert. 90 Prozent der Ausbildung hat dabei im Hallenbad stattgefunden. Das Hallenbad ist auch ein beliebter Treffpunkt für Familien, für Jung und Alt. Gerade Kindern und Jugendlichen wird dadurch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung ermöglicht.

Würden all diese Überlegungen in Zahlen umgesetzt, also eine Art Vollkostenrechnung erstellt, dann lohnen sich Bau und Betrieb eines Hallen-Freibades mehrfach. Ein Freibad alleine hätte einen massiv schlechteren Kosten-Nutzen-Effekt.

Die Berechnungen des Gemeinderates für den Bau des Hallenbades sind seriös. Ich bin seit 13 Jahren Mitglied der Bau- und Planungskommission des Landrates. Ich habe in dieser Zeit noch nie ein Bauprojekt mit einer Kostengenauigkeit von +/- 5 Prozent angetroffen. Dass sich nicht nur die Gemeinde, sondern auch der Kanton und die umliegenden Gemeinden daran beteiligen, betont den regionalen Charakter der Investition. Äusserst vorsichtig hat der Gemeinderat die Betriebskosten berechnet. Er geht von einem tiefen Kostendeckungsgrad von etwas über 30 Prozent aus. Die Hallenbäder in Frick und Muttenz erreichen einen doppelt so hohen Deckungsgrad. Mit einem modernen und attraktiven Betriebskonzept sollte es auch in Gelterkinden möglich sein, vergleichbare Werte zu erzielen.

Das Hallenbad Gelterkinden ist sein Geld wert. Ein Ja an der Urne wird ein positives Zeichen setzen und einen beachtlichen Beitrag an die Standortqualität des oberen Baselbiets beisteuern!

02. Sep 2016