Ich bin spät dran. Wieder einmal. Aber ich habe immerhin eine Erklärung dafür: nach dem Abendanlass habe ich zuerst noch die Volksstimme eingehend studiert. Die Wahlen in den Gemeinden habe ich für mich analysiert und natürlich auch die Erläuterungen der Zeitung gelesen. Und ich bin zum Schluss gekommen, dass ich eigentlich am liebsten in Ramlinsburg wohnen würde.

Gut, das müsste ich zuerst noch mit meinem Mann und unseren beiden Teenagern besprechen, die wohl von meinem Ansinnen wenig begeistert wären. Wieso Ramlinsburg? Die fleissige Leserin und wohl auch der fleissige Leser ahnt es vielleicht: in Ramlinsburg werden künftig 4 Frauen im Gemeinderat tätig sein. Vier von vier Gewählten sind Frauen. Ich finde das mehr als bemerkenswert. Wenn auch noch der fünfte und letzte Sitz von einer Frau belegt würde, dann wäre die Sensation perfekt. Ramlinsburg ist somit nach meiner persönlichen Analyse das konträre Beispiel meiner Wohngemeinde Buckten. Fünf Sitze, fünf Männer. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch – ich finde es grossartig und lobenswert, wenn sich jemand zur Wahl stellt. Egal, ob Frau oder Mann. Aber ein reines Männergremium ist einfach irgendwie seltsam. Ein reines Frauengremium auch, könnten Sie mir antworten. Stimmt natürlich. Und «nur» weil es ausschliesslich Frauen sind heisst es noch nicht, dass sie die Arbeit besser machen. Aber «nur» weil es ausschliesslich Männer sind, bestimmt auch nicht!

Was ich sagen will: ich bedaure, dass in den Gemeinderäten im Oberbaselbiet sich die Frauen weniger engagieren. Tatsächlich gibt es wenige lobenswerte Ausnahmen. In 3 (!!) der 51 Gemeinden des Volksstimme-Lesegebietes haben die Frauen die Mehrheit, in allen anderen sind es die Männer. Was mich doch etwas enttäuscht, sind in dieser Hinsicht auch die grossen Gemeinden Sissach und Gelterkinden. Dort ist jeweils eine einzige Frau im Gremium. Das finde ich erstaunlich für so grosse Gemeinden. Ich glaube es einfach nicht, dass auch in diesen beiden Gemeinden oder in Zunzgen nicht mehr fähige Frauen wohnen, die für so ein Amt in Frage kämen. Vielleicht müsste die Entschädigung besser sein, damit nebst (oftmals) Familie und Beruf Anreiz besteht, sich für die Gemeinde zu engagieren? Ich weiss es nicht. Die Arbeit als Gemeinderätin oder Gemeinderat ist spannend und man kann etwas bewirken und mitgestalten. Vielleicht braucht es mehr Vorreiterinnen – wobei es gerade auf kantonaler Ebene in unserem Wahlkreis daran definitiv nicht liegen kann. Sechs von sieben Sitzen sind in Frauenhand.

Ok – vielleicht habe ich mich da etwas reingesteigert. Aber es beschäftigt mich einfach und ich finde es schade, dass es ist, wie es ist. Natürlich gibt es noch andere, auch wichtige Sachen, die wir in nächster Zeit anpacken müssen: zum Beispiel die Leute motivieren, mit dem ÖV zu reisen, da der neue Fahrplan wirklich gut ist. Oder bezahlbare Krankenkassenprämien. Oder herausfinden, welche Bäume für den Wald der Zukunft in Frage kommen. Oder…. einen Umzug planen?

14. Feb 2020