Wenn das Jahr zu Ende geht, neigt man dazu, einen Blick zurück, aber auch einen nach vorne zu werfen. Ein schönes Ritual wie ich finde. Denn so tauchen Bilder wieder auf, die man im Verlaufe eines Jahres gespeichert hat.

An einige erinnert man sich gerne, an andere weniger. Auch ich ertappe mich jeweils im Dezember dabei, wenn ich meine Agenda durchgehe und mich an markante Ereignisse zurückerinnere. In der Familie lassen wir seit längerem auf zwei Seiten das vergangene Jahr in Worten und Bildern Revue passieren. In einer zunehmend hektischen Welt ein wohltuender Moment des Innehaltens. Lassen Sie mich in der Folge auf ein paar Ereignisse zurückschauen, die «mein 2016» geprägt haben.

Für mich ungewohnt – ich bin seit Jahren nicht mehr krank gewesen - startete ich mit einer drei wöchigen Erkältung wenig verheissungsvoll ins neue Jahr. Ich ging gar knapp an einer Lungenentzündung vorbei. Dass mir im Februar nur gerade 11 Stimmen für die Wahl in den Gemeinderat gefehlt haben, passt irgendwie dazu, ohne irrationalem Aberglauben das Wort reden zu wollen.

Trotz des eher verhaltenen Starts kämpfte ich mich im März mit einer zufrieden stellenden Verfassung über die 42 Langlauf-Kilometer durchs Engadin und am 1. Mai bei grimmiger Kälte zu Fuss zum Rothenflüher Sonnenkalender (sic!), dessen Geheimnisse einer unerschrockenen Gruppe von Wanderern aus den Vereinen Wanderwege beider Basel und Erlebnisraum Tafeljura von Gianni Mazzucchelli näher gebracht wurden.

Der Monat Juni prägte sich mir nicht nur wegen dem Tor des Jahres von Xherdan Shaqiri an der Fussball-EM ein, sondern auch weil unsere jüngere Tochter die FMS erfolgreich abschloss und ich mit meiner Schulleitung einen Termin vor dem Kantonsgericht hatte – beides innerhalb von 24 Stunden. Danach war ich reif für die Veloferien mit meinen Kollegen in den französischen Alpen. Auch die wunderbare Reise mit meiner Frau durch die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen leistete einen wertvollen Beitrag zum dringend benötigten Tapetenwechsel.

Dass das Sommerloch in Gelterkinden nicht allzu tief ausfiel, dafür sorgte das Referendumskomitee gegen den Neubau des Hallenbades. Mit grosser Begeisterung und vielen, farbigen Badeutensilien im Dorf stürzte ich mich zusammen mit ehemaligen Schwimmklubkollegen in den Abstimmungskampf – mit Erfolg.

Im November verliess die ältere Tochter das heimische Nest und fand zusammen mit zwei Gspänli ein neues am Kleinbasler Rheinufer. Mit Freude durfte ich an der Verleihung des Baselbieter Sportpreises an meinen ehemaligen Schüler und Behindertensportler Tobias Fankhauser teilnehmen. Ein wunderbarer Mensch, der das Gymnasium mit hervorragenden schulischen Leistungen abschloss und auch mit seinen menschlichen Qualitäten zu überzeugen wusste. Ein versöhnlicher Abschluss des Jahres!

Eher sorgenvoll blicke ich ins kommende Jahr. Wie wird sich die Welt mit dem frisch gewählten US-Präsidenten verändern? Wird Europa politisch weiter nach rechts abgleiten? Kann sich die Schweiz die Milliarden teure Unternehmenssteuerreform III leisten, aber die 70 Franken für die AHV nicht? Wird das „Läufelfingerli“ endgültig aufs Abstellgleis gestellt und das U-Abo erhalten? Und wie werde ich meinen nächsten runden Geburtstag erleben? In zwölf Monaten gibt es Antworten darauf. Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, ein fröhliches 2017!

16. Dez 2016