Ausgerechnet bürgerliche Landräte aus dem Oberbaselbiet haben die Idee aufgebracht, nicht nur das U-Abo zu verteuern, sondern auch den Nachtzuschlag wiedereinzuführen.

Leider ist die Mehrheit des Landrates gegen den Willen von SP, Grünen/EVP und GLP dieser Idee gefolgt. Die Regierung muss nun die Forderung umsetzen. Damit wird das Oberbaselbiet mehrfach bestraft: Zum einen sind viele Pendlerinnen und Pendler, welche mit dem ÖV zur Schule und zur Arbeit gehen, betroffen. Zum anderen werden vor allem Junge, die am Wochenende mit dem ÖV unterwegs sind, zusätzlich zur Kasse gebeten. Gleichzeitig wird das Angebot – wiederum auf Antrag der bürgerlichen Politikerinnen und Politiker aus dem oberen Baselbiet - auf verschiedenen Buslinien und bei der S9 gekürzt, obwohl sich 14 Gemeinden vehement dagegen gewehrt haben. Begründet wird die Wiedereinführung des Nachtzuschlags damit, dass es sich um ein Zusatzangebot handle, das es auch zusätzlich zu berappen gäbe. Dabei geht offenbar vergessen, dass die Erhöhung der U-Abo-Tarife 2013 unter anderem mit der Abschaffung des Nachtzuschlages im Dezember 2011 begründet worden ist. Mit anderen Worten: Der Nachtzuschlag wird bereits bezahlt. Ihn nun ein zweites Mal erheben zu wollen, wäre unlauter. Es verwundert deshalb nicht, dass eine Umfrage in der Volksstimme ein eindeutiges Bild ergeben hat: Alle Passanten – egal ob jung oder alt, Mann oder Frau - finden es nicht richtig, einen Zuschlag zu verlangen.

22. Mär 2016