Mit einer Motion wollen die Grünen Baselland und die SP Baselland ein riesiges, bürokratisches Leerlauf-Projekt vermeiden. Zusammen mit dem vpod region basel sprechen sie sich dagegen aus, dass der Regierungsrat die im Februar 2019 im Rahmen einer Revision des Dekrets zum Personalgesetz beschlossene Neuerung, wonach die Mitarbeitergespräche künftig lohnrelevant ausgestaltet werden sollen, auch auf die Lehrpersonen ausgeweitet werden. Denn diese Regelung ist unausgegoren und in ihren Auswirkungen kontraproduktiv.

Seit 15 Jahren wird an den Baselbieter Schulen regelmässig ein Mitarbeiter-Innengespräch (MAG) für Lehrpersonen durchgeführt. Dieses wird heute gegenseitig als wertschätzend empfunden und schafft positive Mehrwerte für die Schulen. Die Regierung plant jetzt, das MAG lohnrelevant auszugestalten. Die Verbände der Lehrpersonen haben sich mehrfach und dezidiert gegen dieses Ansinnen gestellt. Verschiedene Gründe und auch das Scheitern ähnlicher Versuche in anderen Kantonen sprechen gegen dieses Experiment. Das Mitarbeitergespräch würde zur Lohnverhandlung herabgewürdigt. Die Ressourcen der Schulleitungen und die zu grosse Führungsspanne verunmöglichen es, lohnrelevante MAG zu führen. Da Aufwand und Ertrag bei ausreichender Ressourcierung in keinem Verhältnis zueinanderstehen würden, ist ein praxistaugliches und Mehrwert schaffendes lohnrelevantes MAG nicht absehbar. Der breite Widerstand bei den Lehrpersonen und vor allem auch beim Kader der Schulen machen auch im Baselbiet ein Scheitern absehbar. 

Um diesen Leerlauf zu vermeiden, verlangen die Grünen Baselland und die SP Baselland in einer Motion nun, dass auf die Einführung eines lohnrelevanten MAG’s für Lehrpersonen verzichtet wird.

16. Mai 2019