Partei

Aus der Geschichte der SP Baselland

Die SP Baselland wurde 1913 gegründet und wird also demnächst 100 Jahre alt. Ihre Geschichte geht aber weiter zurück. Sie entstand aus zwei Wurzeln: aus lokalen Grütlivereinen sowie aus dem Baselbieter Arbeiter- und Bauernverbund.

Wurzeln

Die SP Baselland wurde 1913 gegründet und wird also demnächst 100 Jahre alt. Ihre Geschichte geht aber weiter zurück. Sie entstand aus zwei Wurzeln: aus lokalen Grütlivereinen sowie aus dem Baselbieter Arbeiter- und Bauerbund.
Schon 1848 war in Liestal der erste Baselbieter Grütliverin gegründet worden. Weitere Gründungen erfolgten aber erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Motto der Grütlivereine "Durch Bildung zur Freiheit" wurde in jenen Jahren immer mehr ergänzt durch das Streben nach politischem Einfluss. So war der Kantonalverband der Grütlianer neben dem Posamenterverband und Teilen des Landwirtschaftlichen Verbands 1892 auch an der Gründung der Baselbieter "Bauern- und Arbeiterbunds" beteiligt. Dieser hatte seinen Ursprung im Bemühen, die gemeinsamen Interessen von Bauern und Arbeitern als Pruduzenten und Konsumenten aber auch als Hypothekarschuldner durch Reformen und durch genossenschaftliche Organisiationen zur Geltung zu bringen.

Aus dem Bauern- und Arbeiterbund ging der erste Baselbieter SP-Nationalreat hervor. Der Genpssenschaftspionier Stephan Gschwind wurde 1899 in den Nationalrat gewählt, wo er sich der sozialdemokratischen Fraktion anschloss. In gewissem Sinn kann auch Gschwinds Weggenosse Eduard Heinis, der 1894-1896 für den Arbeiter- und Bauernbund im Regierungsrat sass, als erster "Roter" in der Baselbieter Regierung betrachtet werden.

oben:
Zeitung des Arbeiter- und Bauernbundes Baselland

Stephan Gschwind (1854-1904)
SP-Nationalrat 1899-1904
Genossenschaftspionier
Gründer Arbeiter- und Bauerbund


Gründung und Spaltung

Im Jahr 1901 hatten sich die 1888 gegründetet Sozialdemokratische Partei der Schweiz und die Schweizerischen Grütlivereine in der "Solothurner Hochzeit" zusammengeschlossen. Die Baselbieter Grütlivereine waren somit seither bereits im Schosse der Sozialdemokratie. Trotzdem dauerte es noch zwölf Jahre, bis die 15 Sektionen des Verbands der Basellandschaftlichen Grütli- und Arbeitervereine sich 1913 in einer Statutenrevision zur Sozialdemokratischen Partei erklärten. Damit war die SP Baselland gegründet. Gleichzeitig wurde auch das "marxistische" Programm der SP Schweiz von 1904 anerkannt.

Diese entscheidende Positionierung brachte Auseinandersetzungen mit sich, die auf dem rechten Flügel 1915 zur Trennung vom Bauern- und Arbeiterbund führte und ab 1916 auch die Abspaltung von einzelnen Grütlivereinen zur Folge hatte. Gleichwohl nahm die Mitgliederzahl im Zuge der politischen Radikalisierung während des 1. Weltkrieges stark zu. Es enstehen neue Ortsgruppen.  1919 waren es bereits 23 Sektionen.

Eine Schwächung erfolgte dann 1921 nach der Abspaltung der Kommunistischen Partei von der Sozialdemokratie, die aber nur vereinzelt lokal eine gewisse Bedeutung erreichen konnte, so etwa in Pratteln.

Vertretung im Landrat und in der Regierung

Neben dem Kampf für soziale Reformen, die Altersversicherung, das Frauenstimmrecht - der auch im Generalstreik vom November 1918 im Baselbiet zum Ausdruck kam - setzte sich die SP auch im Baselbiet für ein gerechteres Wahlsystem ein. So gelang es 1920, dem Proporz zum Durchbruch zu verhelfen. So konnte die SP bei den Landratswahlen von 8 auf 34 Sitze zulegen, eine Sitzzahl, die seither nie mehr erreicht werden konnte. Gleichwohl avancierte die SP 1941 - zunächst wegen der bürgerlichen Zersplitterung - zur stärksten Partei und blieb es mit kurzen Unterbrüchen in den 1980er- und 90er-Jahren bis heute.

1925 gelang es, mit Jakob Mosimann im Regierungsrat Einsitz zu nehmen, 1931 konnte mit Walter Hilfiker gar ein zweiter SP-Regierungsrat gestellt werden. Während einer kurzen Phase in den Jahren 1947/48 besass die SP Baselland im Baselbieter Regierungsrat mit drei Vertretern sogar eine rote Mehrheit. Seit 1950 stellte die SP meist nur einen Regierungsrat, mit Ausnahme der Zeit zwischen 1989 und 1999, als mit Edi Belser und Peter Schmid zwei Sozialdemokraten die Geschicke des Baselbiets mitlenkten.

Regierungsräte der SP Baselland

Eduard Heinis
Jakob Mosimann
Walter Hilfiker
Leo Mann
Heinrich Abegg
Otto Kopp
Leo Lejeune
Paul Jenni
Eduard Belser
Peter Schmid
Urs Wüthrich

1894-1896 (für den Arbeiter- und Bauernbund)
1925-1946
1931-1944
1945-1950
1946-1963
1947-1948 (1948-1959 für Freie Politische Vereinigung)
1959-1975
1975-1987
1987-1999
1989-2003
2003-